Chronik der Matthiasbruderschaft Neersen

Die St. Matthiasbruderschaft Neersen wurde am 24. Februar 1819 gegründet von Gerhard Schaath, Anton Fucken und Heinrich Püttmanns. Die Statuten sahen vor, dass die Mitglieder dem Hochamt am St. Matthiastag in der Pfarrkirche beiwohnen mussten. Sie sollten bei Prozessionen der Fahne folgen, beim Tod eines Mitglieds der Beerdigung beiwohnen und jeden Tag drei Vater unser, drei Ave Maria und das Glaubensbekenntnis beten. Bei der jährlichen Versammlung am Matthiastag wurde der neue Brudermeister gewählt.

 

1859 und 1881 wurden jeweils neue Statuten genehmigt.  Mitglied konnte danach ein jeder unbescholtene Pfarrgenosse, sowie die Frauen, Witwen und Jungfrauen der Pfarre werden, wenn sie 18 Jahre alt waren und das Eintrittsgeld bezahlen konnten. 1874 hatte die Bruderschaft 130 Mitglieder.

 

Unsere Bruderschaft ist eine „junge“ Bruderschaft, denn seit ca. 900 Jahren pilgern Matthiasbruderschaften zum Apostelheiligtum nach Trier.

 

Der Legende nach soll die römische Kaiserin Helena (+ 330), Mutter des römischen Kaisers Konstantin, den Bischof Agritus beauftragt haben, den Leib des Apostels Matthias nach Trier zu überführen. Ab dem 12. Jahrhundert wurde aber erst zum Grab des Apostels gepilgert. Die Abtei St. Matthias war und blieb das Zentrum der Verehrung des Apostels Matthias.

 

Auch von Neersen aus zog man in Fußprozessionen nach Trier. So ergibt sich aus der Chronik, dass 10. Mai 1839 schon zehn Mitglieder nach Trier pilgerten; sie kehrten am 20. Mai zurück.  Allerdings ist diese Tradition dann im Laufe der Jahre, anders als bei anderen Matthiasbruderschaften des Niederrheins, „eingeschlafen“.

 

Erst 1977 gingen wieder 2 Frauen und 5 Männer unter Leitung des Brudermeisters Egidius Gartz nach Trier. Im folgenden Jahr waren es dann bereits 11 und 1979 19 Pilgerinnen und Pilger. In den letzten Jahren machten sich um die 50 junge und ältere Christen auf den Weg.

 

Damit wird auch deutlich, dass die St. Matthiasbruderschaft Neersen auch heute noch eine Pilger- und Betbruderschaft ist, die sich allerdings auch in das Leben der Pfarrgemeinde einbringt.